Lesepatenzuwachs

39 ehrenamtliche Lesepat:innen für die 5.-Klässlerinnen

Es gibt reichlich Unterstützung in der Laufener Straße in Freilassing. Unterstützung für jene Schülerinnen, die neu an die Mädchenrealschule kommen und denen Lesen nicht ganz so leicht fällt wie anderen.

Das kann die unterschiedlichsten Ursachen haben, aber in den seltensten Fällen hat es mit mangelndem Ehrgeiz zu tun. Was all diese Mädchen eint ist, dass Lesen für sie anstrengend ist. Die Schule ist eine Welt der Buchstaben. Arbeitsblätter, Klassenlektüren, Textaufgaben, Prüfungsfragen, Worte schwirren allerorts durchs Schulgebäude. Wer sich schwer tut, Texte und deren Sinn zu erfassen, der hat eindeutig einen Nachteil und statistisch geringere Chancen auf einen guten schulischen Erfolg. Was kann nun helfen?

Zwei Übungsansätze werden in der Leseförderung an der MRS verfolgt: „Übung macht den Meister“ und „Lernen soll Spaß machen“. Die Hirnforschung belegt, dass je nachdem, ob wir das Lernen als Freude oder als Qual empfinden, das Gelernte an unterschiedlichen Stellen im Gehirn abgespeichert wird. Und dies hat wiederum einen großen Einfluss darauf, ob das theoretisch Erlernte im Alltag auch angewandt werden kann. Es wird also versucht, die Schülerinnen zum Lesen zu motivieren. Lesen soll als etwas Positives empfunden werden.

Im vergangenen Herbst haben 23 Schüler und Schülerinnen der Fachoberschule ihr soziales Engagement gezeigt und an ihren freien Nachmittagen oder auch vor dem Nachmittagsunterricht mit leseschwachen 5.-Klässlerinnen gelesen. Die Lesepaare haben dazu selbst Termine organisiert und Auszüge aus Jugendbüchern und Sachtexten in gemütlicher Atmosphäre ohne Notendruck verteilt im ganzen Schulgebäude gelesen. Unterschiedliche Lesetechniken und Leselineale kamen zum Einsatz.

Dieses schulübergreifende Projekt wird nun schon zum zweiten Mal in Folge angeboten und heuer haben sich noch mehr Schüler:innen als Lesepaten zur Verfügung gestellt. Die Kooperation war bisher jedoch zeitlich auf zwei Monate begrenzt. Um eine Leseförderung das gesamte Schuljahr möglich zu machen, wurde von der Projektorganisatorin im Herbst an der Mädchenrealschule ein Nachfolgeprojekt gegründet: die Lese-AG. Diese Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus 16 ehrenamtlichen Lesepatinnen aus den Jahrgangsstufen 8 bis 10, hat im Dezember die Lesepatenschaften von den FOS-Schüler und -Schülerinnen übernommen und startete mit viel Elan in das restliche Schuljahr. Der Wunsch, Mitschülerinnen zu helfen, ist die Hauptmotivation der Lesepatinnen. Eine fröhliche Scharr Mädchen, die die Jüngsten unter ihre Fittiche nimmt und regelmäßig übt, übt und nochmals übt – mit Sicherheit ein erfolgsversprechender Förderansatz.

Lesepatenzuwachs

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